Rezension zu "Türkisgrüner Winter" von Carina Bartsch

5. August 2015





Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 464
Erscheinungsdatum: 25.01.2013
Meine Wertung: 4,5 Blumen
Verlag: rowohlt








Geschichten muss man nicht nur lesen, man muss sie spüren. Gut aussehend, charmant und mit einer Prise Arroganz raubt er Emely den letzten Nerv: Elyas, der Mann mit den türkisgrünen Augen. Besonders zu Halloween spukt er in ihrem Kopf herum. Doch was bezweckt er eigentlich mit seinen Avancen? Und wieso verhält er sich nach dem ersten langen Kuss mit einem Mal so abweisend? Nur gut, dass Emelys anonymer E-Mail-Freund Luca zu ihr hält. Das noch ausstehende Treffen mit Luca sorgt für ein mulmiges Gefühl. Dann verstummt auch er. Hat Emely alles falsch gemacht? 



Nach dem abrupten Ende des ersten Teiles musste ich mir gleich den zweiten Band zulegen :)

Der Roman fängt genau da an, wo der erste Teil aufhört. Der nahtlose Übergang lässt einen sofort wieder in die Geschichte finden. An dem Schreibstil hat sich nicht viel verändert. Immer noch ist es sehr witzig und gut und flüssig zu lesen. Was mir bei diesem Teil jedoch aufgefallen ist, dass es hier definitiv mehr Gefühle zwischen den beiden gibt als im ersten Teil. In "Kirschroter Sommer" habe ich sehr viel gelacht. In diesem zweiten Teil gibt es viel mehr Liebesszenen, aber auch sehr viele traurige Phasen. Also auf jeden Fall mehr Gefühl, aber leider weniger Witz. In "Türkisgrüner Winter" fehlt ein wenig Emelys Sarkasmus.

Die Handlung war sehr vorhersehbar, was aber hier nicht schadet. 
Ein wenig gestört hat mich wieder das Verhalten der beiden. Wobei es sich im Vergleich zum ersten Teil etwas verbessert hat. Ihre Handlungen waren nicht immer nachvollziehbar. Aber am Schluss erfährt man, wieso sie sich so verhalten haben. Das fand ich richtig gut, weil da begann ich wirklich darüber nachzudenken und einige Handlungen erschienen mir von da an sinnvoll (ein paar leider noch immer nicht, aber nur wenige).So ergibt die Geschichte einen Sinn, also durchhalten, lest das Buch zu Ende!

Manchmal zogen sich die Stellen ein wenig, aber sobald etwas passierte, war das sofort vergessen und man konzentriert sich immer nur das Neue.

Was bei mir natürlich sehr viel ausmacht, sind die schönen Stellen und die Zitate, die ihr ganz unten findet :) Und von denen gab es in diesen Buch sehr viele!



Eine gelungene Fortsetzung mit viel Gefühl. Das Ende war akzeptabel, aber da könnte man ruhig noch einen Teil schreiben, ich würde mich freuen! Besser als Teil 1, viel poetischer, ich liebe es !

4,5 Blumen





Dieses Buch ist voll davon :)


Es gab keine süßere Weise, in das Land des Schlafes zu tauchen, als in den Armen des Menschen, nach dem man sich mit jeder Faser seines Körpers sehnte.

Leben kann sehr kurz sein. Die einzige Hoffnung, die und bleibt, ist, dass wir irgendwann darauf zurücksehen und finden, dass wir die Zeit für uns selbst und für andere sinnvoll genutzt haben.

Du denkst, dass du es nicht schaffen wirst. Du hast Angst, den eigentlichen Grund irgendwann aus den Augen zu verlieren. Man braucht eine tiefe innere Überzeugung, einen festen Willen und einen großen Glauben an das, was man tut, damit man die eigenen Ideale nicht aus den Augen verliert. Du zweifelst, ob du stark genug sen wirst, um dem System standzuhalten. Du hast Angst, dass du dich irgendwann von den Umständen unterkriegen lässt. Oder, noch schlimmer, Teil des Systems wirst.

Waren es nicht sowieso die einzelnen Momente, auf die es im Leben ankam? Perfektion konnte nur in Augenblicken existieren.

Für nichts im Leben gab es eine Garantie. Aber wenn man nach den Sternen greifen wollte, gab es keine andere Möglichkeit, als sich fallen zu lassen und darauf zu hoffen, dass man aufgefangen wird.



Nichts im Leben schaffte es, einen so sehr zu täuschen, wie die eigenen Augen.



So läuft das Leben. Man wird nicht danach gefragt, was man möchte oder nicht.



Ich ließ das Gesicht in die Hände sinken und schluchzte. Manchmal fühlten sich Tränen an, als würde ich bluten.

Gefühle zu zeigen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.

Erst wenn man die Hölle durchlebte, konnte man die Schönheit des Himmels zu schätzen wissen. Und mein Himmel war viel schöner, als die Abgründe der Höll tief sein konnten.

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