Rezension zu "Die Glückssucher" von Vera Kissel

11. August 2015


Format: gebunden
Seitenanzahl: 256
Wertung: 3 Blumen
Verlag: Dressler


Ich komme mir vor, wie ein Goldsucher, der auf eine fette Ader gestoßen ist. 
Ist ja kein Gold, ist Glück, was ich gesucht und was ich gefunden habe.



Glück ist, was im Leben wirklich zählt. Lukas, der vor Jahren seinen Vater verlor, hat in dessen Partner einen väterlichen Freund gefunden. Den braucht er auch, denn Lukas ist schüchtern, vor allem, was Mädchen angeht. Sein Kumpel Birol hingegen ist in zwielichtige Geschäfte verwickelt. Doch Lukas interessiert nur die schöne Kurdin Gülbahar - bis ein Unglück geschieht und Lukas erkennen muss, dass manche Katastrophen Menschen verbinden und andere sie trennen. 

Bei "Die Glückssucher" handelt es sich um die Fortsetzung zu "Was die Welle nahm".




Das Cover finde ich sehr hübsch und dezent. 

Das Mädchen macht auf mich den Eindruck, als würde sie auf das Glück warten. Deshalb finde ich, dass es sehr gut zu dem Titel passt, jedoch nicht ganz zur Geschichte.


Die Geschichte war anfangs nicht meins, doch ab der Hälfte wurde es immer besser. Hier hätte man gleich anfangs etwas mehr rausholen können, da der Start so etwas schwach war.

Was mir gut gefallen hat ist, das hier nichts verschönert wird. Es ist nicht kitschig und klischeehaft, sondern eher so in der Art "So ist das Leben". Die Geschichte wird aus Lukas' Sicht geschrieben und erzählt alles seinem Vater. Also wenn ihr euch anfangs fragt, wer "du" ist, dann meint er seinen Vater.

Die Protagonisten waren sehr real dargestellt, Sie handeln, wie Menschen auch in der Wirklichkeit handeln würden. Leider fehlten mir ein paar Beschreibungen. Für mich war Lukas immer etwas isoliert. Er kommt nicht richtig an den Leser ran und leider schadet das ein wenig. Ich hatte also Lukas vor mir.... ja und weiter? Wie sieht er aus? Das Einzige, was ich erfahren habe ist, das er lange Haare hat. Das regt zwar die Fantasie an, aber so viel Freiraum braucht man auch wieder nicht.

Der Schreibstil war für mich sehr zweiseitig. Manchmal war er richtig poetisch und schön zu lesen, manchmal war er etwas abgehackt und stockend, was den Lesefluss unterbricht und man kommt überhaupt nicht weiter. Aber man gewöhnt sich dran. 


Nach einem etwas schwachen Start kann das Buch, dank der Geschichte und teilweise dem Schreibstil, noch punkten und bekommt von mir: 

3 Blumen. 



Ein Buch mit viel Potenzial, aber leider etwas zu wenig ausgearbeitet mit zu wenigen Beschreibungen.



Und wenn man ein Mädchen wirklich liebt, tut man alles, was nötig ist. Lügt und betrügt, was das Zeug hält.

Das.

Ist Verantwortung in der Liebe.

Manchmal.
Weiß man, was man tut und was daraus folgen wird, folgen könnte. Man tut es und zahlt den Preis.
Manchmal.
Will man es nicht wissen, man blendet die Folgen aus. Damit man es tun kann.
Manchmal.
Macht man was und kann überhaupt nicht voraussehen, was passiert.
Was man macht, hat Folgen und man hat die Wahl.
Immer.
Hat man die Wahl.
Man kann dies oder das tun oder auch etwas, das noch keiner zuvor gewagt hat.
Alles wird Folgen haben.



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